Auktion No. 141 - 22.9.2012

Nachbericht

Aus einer hochwertigen privaten Sammlung rund um den Bergbau stammen neben einer großen Anzahl hochwertiger Porzellanfiguren auch einige bemerkenswerte Einzelobjekte. Die beiden sächsischen Paradebarten aus dem 18. Jahrhundert, die in kunstvoller Weise mit in Elfenbein graviertem Dekor versehen sind (Kat.-Nr. 0684, Taxe 3.800.- bzw. Kat.-Nr. 0685, Taxe 3.600.-), seien hier ebenso genannt wie die außergewöhnliche um 1800 in gefasstem Holz gefertigte Bergmannsuhr des Meisters Joseph Patzelt (Kat.-Nr. 0587, Taxe 5.300.-). Eine große mit Amethysten besetzte und Innen vergoldete Bergmanns-Vase aus Silber, die 1968 zum 1000jährigen Bestehen des Erzbergwerks Rammelsberg entstanden ist (Thomas Blume, Hildesheim) steht ebenfalls im Zusammenhang mit dieser Sammlung (Kat.-Nr. 0746, Taxe 1.560.-).

Auch im Bereich der Jugendstilkunst sind einige Objekte hervorzuheben. Die von Albin Müller für die Weltausstellung 1904 in St. Louis entworfene gusseiserne Uhr (Kat.-Nr. 0854, Taxe 12.000.-) ist hier ebenso hervorzuheben wie die große Farblithografie „Imprimerie Cassan Fils“ (Kat.-Nr. 0854, Taxe 3.500.-) von Alfons Mucha oder das um 1906 nach dem Entwurf von Otto Prutscher gefertigte blaue Stengelglas (Kat.-Nr. 0857, Taxe 3.200.-).Auch die Figur der Jungen Landfrau, entstanden um 1904 nach dem Modell von Theodor Eichler in der Königlichen Porzellanmanufaktur Meissen, ist ein schönes Beispiel für den frühen Jugendstil innerhalb der Porzellanfiguren (Kat.-Nr. 0875, Taxe 3.300.-).

 

Die nur in einer Auflage von 18 Exemplaren und wenigen Probeabzügen gedruckte und selten auf dem Kunstmarkt vertretene Farblithografie „Mühle“ (Kat.-Nr. 0026, Taxe 8.000.-) von Emil Nolde ist im Bereich der modernen Grafik herauszuheben (Schiefler-Mosel 22 II). Für Liebhaber der zeitgenössischen Grafik sei hier auf die Farbserigrafie „Judy with black hat“ des amerikanischen Pop-Art-Künstlers Tom Wesselmann hingewiesen (Kat.-Nr. 0037, Taxe 5.000.-).
Mit dem „Bauernhof in Pommern“ des bekannten Genremalers Wilhelm Alexander Meyerheim (Kat.-Nr.0001, Taxe 10.000.-) aus dem Jahr 1866 und Walter Leistikows Landschaftsbild „Märkischer See mit Kiefern“ (Kat.-Nr. 0024, Taxe 16.000.-) sind aus dem wieder umfangreichen Angebot der Gemälde zwei Berliner Maler unterschiedlicher Generationen vertreten. Etwas später als Leistikows Seebild liegt das 1939 von Otto Modersohn geschaffene Landschaftsgemälde „Lüneburger Heide“ (Kat.-Nr. 0016, Taxe 8.000.-) , bei dem es sich vermutlich um das im Atelierbuch von 1939 aufgeführte gleichnamige und gleichgroße erwähnte Werk handelt (Hinweis von Rainer Noeres vom Otto Modersohn Museum, Fischerhude).

Die in hellen und freundlichen Farben gemalte „Südliche Hafenlandschaft“ des Berliner Expressionisten Franz Heckendorf - ein Aquarell aus dem Jahr 1952 - verleiht der im Nachkriegsdeutschland der 1950er Jahre weit verbreiteten südwärts gerichteten Reisesehnsucht einen sichtbaren Ausdruck (Kat.-Nr. 0017, Taxe 3.000.-).