Auktion No. 149 - 31.5.2014

Nachbericht

Am vergangenen Wochenende ging die 149. Kunstauktion des Hauses Kastern an den Start. 

Niki de Saint Phalle, die der Stadt Hannover als Ehrenbürgerin und dem Sprengel Museum als großzügige Stifterin besonders verbunden ist, war mit der farbenfrohen Arbeit „Pink Martini“ vertreten. Nun erfreut die Farblithographie einen Kunstsammler, der für die Losnummer 14 3.300,- Euro ausgab. Mit einem Werk Jörg Immendorffs kam ein weiterer großer Name deutscher, zeitgenössischer Kunst zum Aufruf. Das Lot 11 „Ständchen für B. und D.“, ausgeführt als Farbserigrafie und Linolschnitt auf Leinwand wurde mit 3.000,- Euro zugeschlagen. Alle acht angebotenen Blätter Salvador Dalís (Lot 181-188), darunter signierte Radierungen, wurden zu einer Zuschlagsumme von rund 8.000,- Euro an Bieter aus dem In- und Ausland versteigert.   


Die Kunst des 19. Jahrhunderts war wieder einmal sehr beliebt bei der Kundschaft im Saal und am Telefon. Ein frühes Werk Paul Baums (Lot 82, „Landschaft bei Weimar während der Schneeschmelze“) erbrachte 4.800,- Euro. Carl Wilhelm Christian Malchin war ein mecklenburgischer Landschaftsmaler des Realismus. Die ruhige, harmonische Komposition „Getreideverladung an der Ostsee“ (Lot 93) aus dem Jahr 1881 wurde mit 7.000,- Euro aufgerufen und übertraf mit einem Zuschlag von 13.000,- Euro den Schätzpreis.
Von dem schottischen Maler William Dyce, der als Porträtist sehr gefragt war, stammt das Bildnis der sechsjährigen „Dora Louisa Grant mit Kaninchen“ (Lot 103; Zuschlag 9.000,- EUR) aus dem Jahr 1833. Die Provenienz des Gemäldes lässt sich bis zu seiner Entstehung zurückverfolgen. Die beiden großen Aquarelle Adolf Schroedters, die einst Karlsruher Museumsbesucher erfreuten, bleiben als Bilderpaar erhalten. Der Käufer ersteigerte sowohl „Die Pilze“ (Lot 102; Zuschlag 3.700,- Euro), als auch „Die Elfen“ (Lot 101; Zuschlag 3.000,- Euro)

Das phantastisch anmutende Bildnis des jungen Mädchens, welches verträumt mit einem goldenen Ring spielt, stammt von dem rumänisch-russischen Maler Fjodor Antonowitsch Moller. 1843 in Rom entstanden, wechselt die Losnummer 115 aus der 149. Kunstauktion nun für 13.000,- Euro den Besitzer. Der Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus Arik Brauer stellte „Araberfrauen unterwegs“ dar. Das Gemälde zog die Bieter durch seine harmonisierenden Farben und die traumhaft anmutende Atmosphäre an, die die Losnummer 26 auf 5.200,- Euro steigerten.

 

Das hochwertige Angebot an Skulpturen und Plastiken überzeugte die Bieter. Die große Bronzeplastik „Ecstasy“ (Lot 360) von Ferdinand Preiss erzielte die stolze Summe von 24.000,- Euro und verlässt Hannover nun in das europäische Ausland. Den erwartet hohen Zuschlag erreichte die Bildnisbüste des hannoverschen Kriegsbaumeisters Ernst Ebeling, in Marmor gefertigt von Ernst von Bandel (Lot 365). Für 17.000,- Euro geht die Arbeit an eine namhafte deutsche Stiftung.

Das Möbelangebot wurde bereichert durch acht Positionen, die nach dem Entwurf Richard Riemerschmids um 1912 in den Deutschen Werkstätten/Hellerau gefertigt wurden. Zusammen erreichten die Losnummern 436-442 eine Zuschlagssumme von rund 7.200,- Euro.
Besonders beliebt waren dieses Mal die Kleinkunstrubriken Porzellan und Glas. Die Figurengruppe „Die Liebesprüfung“ (Lot 916) wurde nach dem Modell von Michel Victor Acier um 1775 von der Königlichen Porzellanmanufaktur Meissen realisiert. Dem Sammler am Telefon war das Stück 1.800,- EUR wert. Noch begehrter war das Meissner „Uhrgehäuse mit Jägerin und Hund“ (Lot 992), welches nach dem Modell Paul Scheurichs gefertigt wurde. Nach einem längeren Bietergefecht fiel der Hammer bei 4.200,- Euro

Glaskunst aus dem Hause Daum Frères & Cie., Nancy ist seit jeher begehrt. Unter der Losnummer 1106 wurde eine signierte Vase mit Birkenwaldmotiv aufgerufen, die auf 2.000,- Euro gesteigert wurde. Die doppelte Summe erreichte die konische Vase „Champignons“ (Lot 1109) derselben Manufaktur, gefertigt um 1907. Für 4.000,- Euro wurde die Vase nach dem Entwurf Henri Bergés/Emile Wirtzs versteigert. 

Am späten Nachmittag fand die Versteigerung der Asiatika statt. Ein seltenes, chinesisches Rollbild aus dem 17. Jahrhundert (Lot 1214) erbrachte das erfreuliche Ergebnis von 6.700,- Euro. Aus dem Angebot verschiedener, chinesischer Porzellanvasen war die Losnummer 1189 besonders begehrt. Die Deckelvase mit Holzsockel aus dem 18. Jahrhundert mit zartem Blumen- und Vogeldekor wurde auf 2.800,- Euro gesteigert.